Noch keine Antwort!
Ja, ich weiß - er hätte auch ganz schön Gas geben müssen, um das zu schaffen, schließlich habe ich ihm meinen Antwortbrief ja auf dem "herkömmlichen" Weg zukommen lassen *seufz*.
Aber natürlich geht mir die ganze Sache permanent im Kopf rum *seufz*. Und ich frage mich natürlich auch immer noch, warum er mir geschrieben hat - und warum erst/ gerade jetzt! Spaßeshalber habe ich zu Chris gesagt, der Mann sucht vielleicht einen Angehörigen, der sein Altersheim bezahlt *grins*… worauf der Indianer todernst geantwortet hat: "Danny - wenn das der Fall ist, müsstest du das auch tun - es ist schließlich deine Familie!" Typisch Ami *gg*!
Aber ich glaube nicht ernsthaft, dass das der Grund war für seinen Brief. Vielleicht ist er umgekehrt ja auch vermögend und wollte seinen einzigen Erben vorher erst mal abchecken… und sagt sich jetzt "was, ein schwuler langhaariger Rocksänger? Nein danke, dann vermache ich mein Geld doch lieber der Kirche! Oder dem Tierschutzverein!" *grins*
Oh Mann…
Ich hoffe, ihr hattet alle ein schönes Osterfest!
Bei uns war es das auf jeden Fall. Den Ostersonntag wollten wir eigentlich mit Eve, Rob und unserem Patenkind Justin verbringen - soweit die Planung. Aber bekanntlich kommt ja dann immer alles anders *lach*…
Rob ist nämlich am Sonntagmorgen beim Joggen gestürzt und hat sich das Fußgelenk angeknackst. Eve musste ihn in die Klinik fahren, er hat dort einen Gips gekriegt - und das Ganze hat natürlich ewig gedauert, weil die am Feiertag auch nur eine Notbesetzung hatten. Und wir hatten in der ganzen Zeit Justin hier *smile* - und es hat bestens geklappt. Der Kleine ist im Moment so richtig lieb. Er hat die Wohnung erkundet (das heißt mit anderen Worten, man darf ihn keine Sekunde aus den Augen lassen, sonst schepperts irgendwo *fg*), ganz besonders begeistert war er von der Jukebox. So viele Tasten und Knöpfe, wo man draufdrücken und rumspielen kann! Und irgendwann hat er sich sogar freiwillig (!) zum Mittagsschlaf hingelegt. Mummy und Daddy hat er gar nicht weiter vermisst *grins*… Eve hatte erwartet, ihn beim Heimkommen in Tränen aufgelöst zu finden - aber von wegen! :-)
Und am Montag waren wir bei Elly und Ken eingeladen, das war auch wie immer schön. Auch wenn wir hier leider - im Gegensatz zu Deutschland - kein besonders gutes Osterwetter hatten, es war ziemlich kühl und trüb.
So - und jetzt ist wieder Arbeitsalltag *smile*…
Eine schöne (Rest)woche euch allen!
Ich wünsche euch allen ein frohes und sonniges Osterfest!
Nachdem ja auch Chris sofort der Meinung war, ich müsse meinem Großvater zurück schreiben, habe ich jetzt folgende Antwort verfasst:
Hallo, lieber Großvater,
eine sehr ungewohnte Anrede für mich - daran muss ich mich erst mal gewöhnen... :-)
Ich war sehr überrascht über deinen Brief, und ich habe mich sehr gefreut. Natürlich möchte ich dich gerne kennen lernen!
Wie du siehst, wohne ich inzwischen in den USA, genauer gesagt, in Nashville, Tennessee. Ich bin vor ein paar Jahren meiner großen Liebe hierher gefolgt, und seitdem leben wir hier zusammen und sind beide Sänger in einer Rockband. Er heißt Chris, und ich bin sehr glücklich mit ihm.
Anfang Mai werden wir meine Freundin Jana und ihre Familie in Deutschland besuchen, und wenn du möchtest, können wir uns ja dann mal treffen. Jana lebt übrigens in meinem Haus - unter der Adresse, an die du deinen ersten Brief geschickt hast. Du kannst also ruhig weiterhin dorthin schreiben, sie mailt es mir dann gleich - das geht noch schneller als per Luftpost.
Ich freue mich auf deine Antwort!
Dein Enkel
Danny
Wenn ich auf dieses "dein Enkel" gucke, wird mir ganz komisch… was daraus jetzt wohl wird? Aber vielleicht habe ich ihn ja mit der Erwähnung von Chris eh gleich wieder vergrault… dann kann ich's aber auch nicht ändern.
Ich habe einen Brief bekommen. Oder, genauer gesagt: Der Brief ging an meine deutsche Anschrift, Jana hat ihn geöffnet und dann eingescannt und mir gemailt, so dass ich jetzt quasi das Original vor mir habe *schluck*.
Da steht - in einer etwas zittrigen, aber trotzdem schönen und schwungvollen Handschrift:
"Guten Tag, lieber Daniel!
(hm… so nennt mich normalerweise niemand…)
In meinem Alter kann man es sich nicht mehr leisten, unnötig Zeit zu verschwenden, deshalb komme ich gleich auf den Punkt: Ich bin Dein Großvater! Ich bin der Vater Deines Vaters (den Du dem Zeitgeist folgend wohl eher Deinen "Erzeuger" nennen wirst, was ich in diesem Fall auch durchaus verstehen könnte).
Ich habe vor langer Zeit den Kontakt zu meinem . . . - Sohn und seiner . . . - Gefährtin
(so hat er das hier wirklich geschrieben!) abgebrochen. Die Gründe dafür sind vielfältig, und sie aufzuzählen würde hier jetzt zu weit führen - einige davon kannst Du Dir vermutlich auch selbst denken. Dass die beiden einige Jahre nach der Geburt ihres ersten Sohnes geheiratet haben, war mir noch bekannt - aber dass sie später noch einen weiteren Sohn bekommen haben, habe ich erst Jahre später von Deiner Tante erfahren. Leider lag ich zu der Zeit, als sie starb, nach einer Herzoperation im Krankenhaus, sonst wären wir uns vielleicht bei ihrer Beerdigung schon begegnet.
(Anmerkung: diese Tante - die Schwester meines Dads - hat mir in jungen Jahren Gitarrenunterricht gegeben. Sie ist Ende 2005 gestorben, hier habe ich damals kurz davon erzählt).
Es mag die Sentimentalität des Alters sein oder vielleicht auch der Gedanke, dass meine Uhr so langsam abläuft - auf jeden Fall würde ich Dich sehr gerne kennenlernen. Es ist mir sozusagen ein Herzenswunsch, von dem ich hoffe, dass Du ihn mir erfüllst. Wir beide sind, soweit ich weiß, die letzten dieser Familie - und wir haben keinen Grund, einander gram zu sein, denn Du kannst für Deine Eltern ebenso wenig wie ich für die Entwicklung meines Sohnes. Ich würde mich sehr freuen, von Dir zu hören!
Dein Großvater
X… X…
Boah, das ist Wahnsinn! Ich hatte keine Ahnung, dass er noch lebt - er muss weit über neunzig sein. Was will er denn jetzt auf einmal von mir - und was soll ich machen?
Hm… ich glaube, diesen Titel hatte ich hier schon öfter *smile* - aber es stimmt nun mal!
Freitag war Bandprobe mit Nachbetrachtung unserer Tour, und wir waren uns alle einig, dass es ein voller Erfolg war und uns auch viel Spaß gemacht hat! Ed hat die Professionalität und Disziplin der anderen Band in den höchsten Tönen gelobt *hüstel*… naja, alles hat er da wohl nicht mitbekommen, aber im Grunde stimmt es schon, Profis sind sie wirklich. Und nach der ersten Meckerei darüber, dass wir ständig unseren Manager mitschleppen, hatten sie auch kein Problem damit, bei den paar Gelegenheiten, bei denen es mit dem Hallenbetreiber oder Veranstalter Unstimmigkeiten gab, eben diesen unseren Manager vorzuschicken, um das zu klären *grins*. Da war er dann plötzlich doch ganz willkommen. ;-)
Am Samstag hatten wir einen sehr schönen Tag - da waren wir bei Elly und Ken zum Grillen eingeladen. Miss Eliza war noch dabei sowie der Bruder von Ken und zwei seiner Bandkollegen, alle mit ihren Familien. Die Kids sind rumgetobt, wir haben gemütlich zusammen gesessen… und plötzlich mussten wir an Thanksgiving denken, als wir das letzte Mal hier zusammen waren und Chris' OP unmittelbar bevorstand. Das war ganz eigenartig *smile*… Elly ist plötzlich aufgestanden und hat Chris umarmt, und uns wurde wieder einmal so richtig bewusst, wie glücklich wir doch sein können, dass das alles hinter uns liegt. Wahnsinn! Wie anders war doch dieses Mal die Stimmung!
Ja, und gestern waren wir nachmittags mit Ben und Eric verabredet, das war auch schön. Es war warm draußen, wir haben auf der Dachterrasse gesessen, was getrunken und uns unterhalten - ganz gemütlich. Ben hat ein bisschen von seinem neuen Job erzählt, er arbeitet ja jetzt bei der Hausverwaltung, zu der auch unser Haus gehört. Und was er da so mitbekommt *räusper*… also so eine gute Hausgemeinschaft wie bei uns hier gibt es nicht überall. Da sind Häuser, in denen die Mieter ständig so miteinander umgehen wie Esther und Phil mit uns am Anfang - andauernde Beschwerden über die Mitbewohner, gegenseitige Anschuldigungen und Nachbarn, die sich richtig bekriegen… schlimm! Unser armer, friedliebender Ben kann das gar nicht gut haben und versucht dann, zu schlichten - was aber meistens auf taube Ohren stößt. Na - da haben wir hier ja doch Glück!
So, und heute Abend ist wieder "richtige" Probe… und wir haben da was vor, das wollen wir mal ausprobieren *händereib*… das verrate ich aber erst, wenn wir es gut finden und wirklich machen… ;-)
Völlig kaputt, stehend ko, fix und fertig - aber super war's!!! Ich muss jetzt erst mal nach und nach alle Eindrücke sortieren… *smile*
Die Zusammenarbeit mit unseren Musikerkollegen von der anderen Band lief - nach den ersten Anfangsschwierigkeiten - ausgesprochen gut! Am ersten Tag hatten sie noch mächtig darauf gepocht, dass es ja doch ihre Tour sei und sich dementsprechend als die Chefs aufgespielt, obwohl ja vorher von "Augenhöhe" und Gleichberechtigung die Rede gewesen war. Normalerweise kann man Chris mit sowas sofort auf Hundert bringen… aber er war die ganze Zeit so happy und gut drauf, dass das diesmal richtig an ihm abgeprallt ist. Er sagte als Antwort nur ganz ruhig zu dem Sänger der anderen (der gleichzeitig auch der Kopf der Band ist): "Pass mal auf - wir sind hier, um gemeinsam mit euch eine geile Tour durchzuziehen und nicht, um mit euch zu streiten. Wenn ihr der Meinung seid, ihr müsstet diverse Sachen anders regeln oder neu organisieren, dann besprecht das doch bitte mit unserem Manager!" Der andere meinte daraufhin ziemlich zickig, wieso wir eigentlich überhaupt ständig unseren Manager mit rumschleppen - Antwort von Chris: "Diese Frage kannst du ihm dann auch gerade stellen, wenn du das andere mit ihm besprichst!" So gelassen hab ich den Indianer in vergleichbaren Situationen wirklich noch nie erlebt *grins*.
Naja, auf jeden Fall waren die Jungs daraufhin erst mal eine Stunde beleidigt - und dann kam ihr Sänger mit zwei Bier wieder zu Chris und hat sich entschuldigt. Es sei doch nicht so gemeint gewesen… sie seien halt nervös, weil wir uns nicht kennen und sie nicht wissen, wie alles laufen wird… sie hätten diese Tour doch mit soviel Liebe und Sorgfalt und Herzblut geplant und vorbereitet, und wenn diese verdammte motherfucking Konzertagentur nicht pleite geworden wäre und sie auf allen bereits vorgelegten Kosten (und noch diversen anderen Außenständen) sitzen gelassen hätte, wäre das die beste Tour ihrer ganzen bisherigen Laufbahn geworden… ja, is' ja gut *ggg*! Nicht weinen… es wird auch mit uns bestimmt keine schlechte Tour werden! ;-)
Von da ab war dann alles geklärt *grins*… und unsere Mitstreiter haben sich als im Grunde absolut lustige und freundliche Jungs erwiesen (obwohl ihr Sänger wirklich ne Zicke ist - aber das hat er ab dann wenigstens nicht mehr an uns ausgelassen). Und verdammt gute Musiker sind sie, alle Achtung! Sie haben sehr viele Fans, kriegen überall problemlos ihre Hallen voll und machen immer gut Stimmung - ok, an die Wand gespielt haben sie uns zwar nicht, aber wir mussten schon alle Register ziehen, um mitzuhalten (einschließlich eines gewissen Blockflötensolos *hüstel*). Aber ich denke, es ist alles gut rübergekommen - den Reaktionen der anwesenden Fans (die ja nicht unbedingt wegen uns gekommen waren!) nach zu urteilen! ;-)
Trinkfest sind die Jungs außerdem auch *freu*… bis auf den Sänger, der absolut überzeugt davon ist, dass Alkohol auf der Stelle seine schöne Stimme ruinieren würde. Stattdessen kippt er literweise Tee in sich rein - gerne aus Bier-, Wein- oder Whiskeygläsern wegen der Tarnung *gg*. Egal, jeder wie er mag - auf jeden Fall hatten wir viel Spaß zusammen.
Dann war da natürlich auch noch die Frage, wer vor wem auftritt… ;-)
Wenn zwei "gleichberechtigte" Bands zusammen auftreten, will jeder nach Möglichkeit erst nach dem anderen auf die Bühne… denn ein bisschen kommt es bei den Leuten ja doch immer wie Vorgruppe und Hauptact rüber. Der Sänger der anderen Band hatte uns vorgeschlagen, täglich abzuwechseln. Eigentlich eine faire Aufteilung, die mir aber nicht gefiel, weil wir an den ersten Tagen ja die Jungmetaller dabeihatten - und an diesen Tagen wollte ich vor den anderen auftreten, damit die Youngster unser Equipment benutzen können und einen ordentlichen Sound haben. Naja, nach kurzer Diskussion haben wir uns dann stattdessen darauf geeinigt, dass wir in der ersten Woche zuerst spielen und die anderen in der zweiten Woche *smile*. Übrigens haben sich meine Befürchtungen im Nachhinein als grundlos erwiesen - die anderen haben den Vorgruppen, die ihre Anlage benutzten, auch jedes Mal einen guten Sound ermöglicht. Aber hinterher ist man immer schlauer… das machen halt nicht alle so.
Was mich im Vorfeld natürlich auch interessiert hatte, war, ob sie auf unsere Beziehung eingehen - und wenn ja, wie. Und es war tatsächlich einmal kurz Thema… ganz zu Anfang kam ihr Gitarrist darauf zu sprechen. Er meinte zu uns: "Ihr zwei seid doch ein Paar, stimmt's? Wir haben damals diesen Mist auf eurer Homepage mitverfolgt… haben euch auch was dazu geschrieben, aber ihr konntet ja damals bestimmt nicht alles lesen. Schon bescheuert, wie manche Leute reagieren! Es sollte doch jeder so leben dürfen, wie er möchte, so lange er niemand anderem damit weh tut. Habt ihr immer noch Stress deswegen?" - "Nein, die Band nicht - höchstens wir beide mal privat, aber das hält sich auch in Grenzen." Worauf er lachte und antwortete: "Gut so - lasst euch bloß nicht von solchen Idioten kleinkriegen!" Schön! :-)
Und schließlich war da auch noch die ewige Suche nach meinem MP3-Player *grins*… dazu muss ich ein bisschen weiter ausholen…
Ich bin, wie einige Leute hier ja wissen, ein großer Queen und Freddie Mercury-Fan. Meine Queen-Alben habe ich damals beim Umzug in Deutschland gelassen, und seitdem habe ich immer mal wieder gesagt, dass ich sie mir irgendwann hier alle neu kaufe (es kam natürlich nie dazu). Und das hatte Chris jetzt getan…. Er hat alle 15 (!) Queen-Alben mit Freddie als Sänger gekauft, auf einen MP3-Player überspielt, und den hab ich in Texas von ihm zum Geburtstag bekommen (die Original-Alben gab's dann in Nashville noch hinterher). Ich fand dieses Geschenk unheimlich lieb!
Diesen Player hab ich natürlich mit auf Tour genommen - ist ja ideal, wenn man stundenlang unterwegs ist. Es kam dann irgendwann mal das Gespräch mit der anderen Band darauf… was habt ihr für Filme, Musik, Spiele und Bücher dabei… und als ich meine Queen-Collection erwähnte, haben gleich mehrere Leute - sowohl von uns als auch von den anderen - glänzende Augen gekriegt *fg*. Ergebnis: Von da ab war mein Player, sobald ich ihn mal abgelegt hatte, immer weg, und ich konnte ihn suchen gehen - und bekam dann, wenn ich den "Schuldigen" gefunden hatte, Antworten wie "ach lass mich doch noch ein bisschen… dieses Album kenne ich noch gar nicht" oder "hey, bitte noch zehn Minuten - es sind nur noch zwei oder drei Songs, dann kriegst du das Ding wieder". Chris hat dann immer so getan, als sei er fürchterlich sauer - aber natürlich war er vor allem stolz, dass sie seine Idee alle so toll gefunden haben *smile*.
Doch - es war alles bestens! Ein Erfolg auf der ganzen Linie! *freu*
…bevor es bei uns weiter geht zur Tour…
Wir sind wieder zurück aus Texas - und es war echt schön! Himmel, mit welch anderen Gedanken und Gefühlen sind wir dieses Mal dorthin geflogen! Und genauso "anders" ist es mir dort auch vorgekommen. Die Landschaft, die Umgebung, die Klinik, die Leute dort… ich habe während Chris Erkrankung wirklich jede Ecke und jeden Gang in der Klinik gekannt (zumindest in unserem Bereich), aber jetzt erschien mir so vieles völlig neu und unbekannt. Da sieht man doch, wie sehr ich damals anscheinend in einem Ausnahmezustand und mit den Gedanken ständig woanders war!
Drew - unser Professor - war allerdings genauso, wie ich ihn in Erinnerung hatte *smile*… laut, polternd und eigentlich immer gut gelaunt und zu einem Scherz aufgelegt. Er hat sich echt gefreut, Chris zu sehen! Freitags war der Untersuchungstermin, aber es war eigentlich mehr eine Unterhaltung mit Fragen nach Chris' Befinden - Drew meinte, er habe sich die Blut- und übrigen Werte mal interessehalber aus Nashville schicken lassen, aber die seien ja alle großartig - und er sei sich auch absolut sicher, dass Chris dort im Cancer Center in besten Händen sei. Ihn hat stattdessen mehr das Psychische interessiert… er hat Chris z.B. gefragt, ob er manchmal Angstzustände habe oder ob er nachts träume, er könne plötzlich wieder nichts mehr sehen oder ob er Probleme bei bestimmten Bewegungen habe. Aber außer den Träumen (und ich glaube, das wäre bei jedem so!) hat er keine dieser Beschwerden.
Und gegen die Tour hatte Drew auch nichts einzuwenden. Sein Kommentar: "Wenn ich ehrlich bin - ich hätte euch niemals zugetraut, dass ihr euch überhaupt bis Ende Februar zurückhaltet, dieser Termin war schon extra hoch gegriffen. Also legt jetzt ruhig wieder los!" *freu*
Dann hat er uns noch erzählt, dass Chris sein "Fall des Jahres 2008" sei *smile*… er habe kürzlich bei einem Ärztekongress darüber berichtet, und die Mehrzahl der anwesenden Kollegen habe dazu gesagt, dass sie in diesem Fall den Tumor nicht komplett herausgeschnitten, sondern ihn nur teilweise entfernt und anschließend Chemo verordnet hätten! Drew dazu: "Ach, ich mache das ja auch nur, weil ich hier so hervorragende Neurologen habe, die mir immer wieder versichern, zu welch erstaunlichen Leistungen das menschliche Gehirn nach einer Verletzung fähig ist. Chris, glaub mir das ruhig - ich hatte verdammte Angst, mich falsch entschieden zu haben!"
Apropos Neurologen - natürlich haben wir auch Jenks getroffen. Er hat sich riesig gefreut, Chris zu sehen *lächel*… hat ein bisschen mit ihm geredet, ihn gefragt, wie es ihm ginge, und dann plötzlich ganz ernst "so - dann gehe ich jetzt mal die Kugeln holen, damit arbeiten wir heute" gesagt. Chris Gesichtsausdruck daraufhin war - einfach göttlich! *weglach*
Die Einladung beim Professor daheim zum Abendessen war auch sehr schön. Ich war etwas überrascht, dass über zwanzig Leute da waren - aber Drews fünf (bereits erwachsene) Kinder mit ihren Partnern/Partnerinnen machen da ja schon mal die Hälfte aus. Dazu wir beide und Drew und seine Frau - und der Rest waren Nachbarn, die sie noch dazu gebeten hatten ("wenn ihr schon am Geburtstag auswärts seid, wollten wir wenigstens eine kleine Feier hier bieten!"). Die sind unglaublich nett - und alle völlig unkompliziert.
Ach ja - und Rebekka, die deutsche Krankenschwester haben wir auch noch getroffen! Sie hat mich umarmt und gesagt: "Na, da siehst du es - ich hab dir doch von Anfang an gesagt, unser Professor kriegt das hin! Hatte ich Recht?" Ja, hatte sie! Ich hab dann im Gegenzug mal ganz vorsichtig nach ihrem Freund gefragt (ein Arzt der Klinik, der im Rahmen von "Ärzte ohne Grenzen" in Afghanistan war)… ja, er ist Ende Februar wieder heimgekommen. Mit (wie sie es ausdrückte) "ein paar Kratzern und einem netten kleinen Trauma, aber nichts, was man nicht wieder hinkriegen kann". Worauf Chris ganz ernst antwortete: "Weißt du - in dieser Klinik gibt es einen Neurologen, der macht eigentlich einen sehr kompetenten Eindruck - zumindest, so lange er nicht gerade mit bunten Bällen durch die Gegend rennt. An den sollte sich dein Freund mal wenden!" ;-)
Zusammenfassung:
Es war ein etwas anderer Geburtstag als sonst - aber ein sehr schöner Tag bzw. ein schönes Wochenende. Und die Feier holen wir irgendwann nach… ;-)