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Sonntag, 12. Juli 2009

Geburtstagseinladung und vorbereitende Telefonate

Klingt blöd, der Titel, ich weiß… trifft aber zu. :-)

Gestern hat Kevin angerufen und uns zu seinem Geburtstag eingeladen. Er wird am 20. Juli zwölf *smile*.

Chris war dran, aber ich konnte mir gleich schon denken, worum es ging, als ich seinen Namen hörte. Der 20. Juli - ok, ein Montag, das sollte eigentlich klappen bei uns. Und dann hörte ich Chris: "Klar, wir kommen gerne! Wie viele Gäste hast du denn? Ah ja… die Nummer von Ethan? Ja, die habe ich - willst du ihn auch einladen? Sicher, frag ihn ruhig, bestimmt freut er sich." Und anschließend zu mir: "Danny, er will Ethan einladen, wie findest du das? Schön, oder? Er hat gemeint, sie hätten sich doch beim letzten Mal gut verstanden… na ja, vielleicht hat da auch Elly ein bisschen ihre Finger drin…" Ja, das war auch meine erste Idee *smile*.

Dafür kam mir aber sofort der Gedanke, dass es vielleicht nichts schaden könnte, Ethans Betreuer "vorzuwarnen" - nicht dass er es am Ende nicht erlaubt. So hab ich dann gleich mal Brent angerufen und es ihm gesagt. Naja, direkt begeistert war er nicht *seufz*…

"Bei wem wird er eingeladen?" - "Na, dort, wo wir kürzlich mit ihm zum Barbecue waren. Einer der beiden Jungs hat Geburtstag." "Ethan und eine Einladung zum Kindergeburtstag - denkst du, das ist eine gute Idee?" - "Es ist doch kein Kindergeburtstag! Die Kids sind alle zwischen zwölf und fünfzehn, also in seinem Alter. Und der Umgang mit "normalen" Gleichaltrigen ist doch wichtig für ihn." "Ja, das stimmt, ich freue mich ja auch - aber hm… ihr seid also auch dabei?" - "Ja, voraussichtlich, sofern nicht noch ein Termin dazwischen kommt. Aber mach dir mal keine Sorgen - der Vater der Jungs wird notfalls auch mit ihm fertig. Aber letztes Mal hat Ethan sich einwandfrei benommen." Etwas zögernd hat er dann sein Ok gegeben.

Fast zeitgleich ging auch Chris Telefon wieder - Ethan *grins*. "Chris, stell dir mal vor, der Junge, wo wir letztens waren, hat mich gerade angerufen und zum Geburtstag eingeladen! Ich weiß nicht… ich glaub, ich geh da nicht hin!" - "Doch, sicher gehst du hin! Es hat dir doch dort gefallen!" "Jaaaa… aber ich kenne doch keinen da!" - "Doch - du kennst Kevin und seinen Bruder, seine Eltern, uns… den Rest lernst du halt dann kennen." "Ihr kommt auch? Versprochen? Holt ihr mich ab und wir fahren zusammen hin?" Machen wir… *lach*

Ich freue mich für ihn... und ich bin gespannt, wie es läuft!

Mittwoch, 8. Juli 2009

erster Besuch und ernstes Gespräch

Ja, es handelt sich - wieder mal - um Ethan. Und es wird - auch wieder mal - ein langer Eintrag, denn mir geht das alles die ganze Zeit im Kopf rum…

Gestern Mittag rief er an… ob er uns am Nachmittag besuchen kommen könne...

"Klar, kannst du machen, wir sind daheim! Chris ist zwar noch kurz zum Studio gefahren, aber er wird auch bald wieder zurück sein. Wann willst du denn kommen?" Kurzes Gemurmel im Hintergrund, dann hatte ich Brent, den Betreuer, dran… "Hallo ihr - im Ernst, habt ihr denn nachher Zeit? Und macht es euch nichts aus?" - "Nee, überhaupt nicht, wir freuen uns! Soll ich Ethan abholen kommen?" "Nein, ich muss sowieso noch einige Sachen erledigen fahren, ich bringe ihn dann bei euch vorbei." Ok… :-)

Etwa eine Stunde später war er dann da. Chris war da leider noch nicht zurück, aber das hat nichts ausgemacht, inzwischen ist Ethan ja auch mir gegenüber schon einigermaßen aufgetaut. Und zudem hatte er sich sehr auf den Besuch gefreut, das habe ich sofort gemerkt. Selten, dass er zur Begrüßung so strahlt… :-)

Zunächst hat er sich mal in unserer Wohnung umgeguckt *smile*… das Dartsspiel fand er gut ("können wir nachher mal spielen, da ziehe ich euch ganz sicher ab!"), die Sitzecke vor dem Kamin "kuschelig", den Billardtisch und die Bar "cool" und das große TV-Gerät "great".

Dann entdeckte er das Bild von Marc (das Puzzle vom Valentinstag, Chris hat es ja im Wohnzimmer aufgehängt). "Wer ist das denn? Ist das eurer?" Und als ich wohl etwas verdutzt geguckt habe, kam sofort hinterher: "Nein, natürlich nicht der Sohn von euch beiden - so schlau bin ich auch! Ich dachte, vielleicht der Sohn von einem von euch!" - "Nein… das ist Marc, Chris' Patenkind." Finsteres Gesicht *fg*. "Ach soooo… Chris hat ein Patenkind? Wo ist der denn? Hier?" - "Nein, er lebt in Deutschland. Marc ist der Sohn von Jana, meiner besten Freundin." Darauf kam (mit einem etwas gehässiges Grinsen *gg*): "Wenn sie wirklich deine beste Freundin ist, warum hat sie dann nicht dich als Paten genommen?" - "Na, weil ich schon bei ihrem älteren Sohn Pate bin. Als er geboren wurde, war Jana noch allein, und ich hab Timmy - so heißt er - die ersten Jahre mit aufgezogen, so quasi als Ersatzpapa."

Ethan wurde schlagartig ganz ernst und fragte ganz leise: "Und jetzt lebt dieser Junge - Timmy - bei seiner Mum und seinem Stiefvater? Weißt du, ob es ihm da gut geht?" - "Ja, es geht ihm sehr gut. Sein Stiefvater hat ihn genauso lieb wie seine eigenen Söhne." Und als er daraufhin gar nicht antwortete, hab ich ganz vorsichtig gesagt: "Es kann gut laufen, aber das ist nicht immer der Fall. Hat es bei dir damals nicht geklappt?" "Woher weißt du das?" - "Ich weiß gar nichts, sonst würde ich dich ja nicht fragen… aber wenn es gut gelaufen wäre, wärst du jetzt ja wohl dort - bei deiner Mum und nicht im Heim!"

Der Blick, den er mir darauf zuwarf, war… ich kann es gar nicht beschreiben. Eine Mischung aus regelrechter Panik, Traurigkeit und Wut. Ganz schlimm!

Er hat mir so leid getan, schien für den Augenblick ja auch recht zugänglich… und so hab ich ganz vorsichtig den Arm um seine Schultern gelegt und gesagt: "Komm, setz dich mal hin und erzähl mir, was damals los war." Und als er zögerte, hab ich noch hinzugefügt: "Weißt du - bei mir ist als Kind auch einiges nicht gut gelaufen. Das erzähle ich dir dann anschließend auch, wenn du willst."

Ich glaube, ich hatte wirklich einen guten Moment erwischt. Er hat sich richtig eingerollt, mir den Kopf an die Schulter gelegt und leise angefangen zu reden… "Er hat damals gesagt, dass ich jetzt sein Sohn bin und er mich lieb hat. Und dann ist er immer dazu gekommen, wenn ich gebadet habe oder geduscht. Oder er wollte, dass ich mit ihm zusammen bade. Und er wollte mich einseifen… und abtrocknen… und hat dann… dann…" Oh Mann, ich hätte heulen können… :-(

"Er hat dich angefasst? An dir rumgefummelt?" - "Hm." "Und du?" - "Ich wollte das nicht, aber er hat gesagt, er sei jetzt mein Papa und dürfte das. Und ich dürfte nichts verraten, sonst käme ich weg, ins Heim." "Und dann?" - "Er hat mir immer mehr weh getan und irgendwann hab ich es meiner Lehrerin erzählt. Und die ist zum Amt gegangen. Dann haben sie mit meiner Mum geredet, aber Mummy hat gesagt, ich würde das alles nur erfinden. Ja - und dann bin ich ins Heim gekommen - genau wie er mir vorher gesagt hatte! Mit ihm haben sie nichts gemacht - nur mit mir."

"Ethan - du weißt aber schon, dass die Leute vom Amt dir nur helfen und dich von deinem Stiefvater wegholen wollten?" - "Ja, weiß ich." Und voller Hass kam hinterher: "Irgendwann finde ich ihn, und dann bringe ich ihn um! Ich erschieße ihn - oder ersteche ihn, diesen Scheiß-Schwulen!" Und sofort schuldbewusst: "Mann, Danny - sorry, das wollte ich jetzt nicht so sagen, ok?" - "Ja, ich weiß, ist schon ok. Und ich sag dir, du wirst ihn nicht umbringen!" "Wieso nicht?" - "Weil du viel zu schlau bist!" "Wieso zu schlau?" - "Na, überleg doch mal: Dieser Mann ist Schuld, dass du im Heim bist, das stimmt. Aber in ein paar Jahren kommst du raus und hast dein ganzes Leben vor dir. Du kannst selbst ganz allein entscheiden, was du damit anfangen möchtest. Aber wenn du ihn umbringst, wirst du wieder eingesperrt, nur kommst du dann ins Gefängnis, und das ist um etliches schlimmer als euer Heim. Und das alles wegen diesem Kerl - lohnt sich das? Ist er das wert?" Erstaunt-nachdenklicher Blick… ;-)

Statt einer Antwort fragte er dann: "Und was war bei dir - hattest du auch einen Stiefvater?" - "Nein, ich bin bei meinen richtigen Eltern aufgewachsen. Aber das war auch nicht besser. Sie haben sich beide nicht um mich gekümmert. Und mein Dad hat getrunken, und wenn er besoffen war, hat er krakeelt und meinen Bruder und mich verprügelt, wenn wir nicht schnell genug weg waren. Das war auch nicht schön. Ich bin freiwillig mit 14 ausgezogen - zu einem Bekannten, der mir helfen wollte und mir angeboten hatte, bei ihm zu wohnen." "War das auch ein - Schwuler?" - "Ja, war er". "Und dann hat der dich… na ja… bist du deshalb so geworden?" Ach herrje…

"Nein, Ethan, das hat er nicht gemacht. Außerdem: schwul wird man nicht dadurch, dass einen ein Schwuler anfasst oder verführt. Das ist man einfach so von Natur aus. Es ist eine Veranlagung, so wie die Augenfarbe. Und "normale" Schwule gehen auch nicht an kleine Jungs! Die, die das tun, sind Pädophile - oft Familienväter, die selbst daheim Kinder haben."

Kopfnicken, dann sagte er ganz lieb: "Du, Danny - ich hab "Schwuler" seitdem auch nie mehr zu jemandem als Schimpfwort gesagt!" - "Das ist sehr schön…" *smile*

Irgendwie war damit sein Anlehnungsbedürfnis wohl beendet *gg*… er setzte sich aufrecht hin, etwas weiter weg von mir, und nörgelte: "Wo bleibt denn eigentlich Chris?" - "Weiß nicht… der wird schon kommen. Wahrscheinlich probiert er im Studio noch was aus. Er weiß ja auch nicht, dass du hier bist. Sollen wir ihn mal anrufen?" Haben wir dann gemacht… ;-)

Und dann kam doch noch ein vorsichtiges: "Danny… verrätst du das von eben?" - "Wem denn - Chris?" "Egal!" - "Hör mal - vor Chris habe ich keine Geheimnisse, und ich würde ihm auch gerne von unserem Gespräch erzählen, es sei denn, du willst das absolut nicht. Sonst sag ich es aber keinem, das verspreche ich dir - keinem von der Band, erst recht keinem vom Heim, auch Elly und Ken und ihren Jungs nicht. Gut?" - "Jaaaaa, gut." Und dann hätte er mich beinahe noch umarmt - hat es sich dann aber noch überlegt und schnell ein lässiges Schulterklopfen draus gemacht *lächel*.

Kurz später ist dann auch endlich der Indianer eingelaufen… wir haben noch ein bisschen mit Ethan Darts und Billard gespielt, und dann stand auch Brent schon vor der Tür, um seinen Schützling wieder abzuholen (und uns zu fragen, ob alles "soweit ok" abgelaufen sei *hust*). Was hatte er erwartet - Trümmer und Rauchschwaden? ;-)

Ethan - wie können wir dir helfen?

Montag, 6. Juli 2009

Großvater-Freuden

Nein - mit dem Titel meine ich jetzt nicht meinen Opa. Auf den würde es zwar auch zutreffen, denn es geht ihm sehr gut und er hat viel Freude *smile*. Wir telefonieren ja mindestens einmal pro Woche und schreiben uns auch noch nebenher… und Jana bezieht ihn auch sehr ins Familienleben mit ein (danke dafür, Süße!). Ihr Kommentar: "Danny, dein Opa ist so ein lieber alter Mann, ich will einfach, dass er noch eine schöne Zeit hat. Und er ist immer so freundlich zu uns und so geduldig mit den Kindern…" - Muttertier! Familienmensch! *grins*

Nein, aber mit meiner Überschrift meine ich - Malter! Jaaaa… Melissa, das sweet little sunshine girl, ist schwanger! *grins*

Melissa selbst hat es uns am Freitag erzählt, und gestern beim Brunch (ja, aus meiner Samstag-Abend-Einbürgerungsparty ist aufgrund diverser Terminprobleme der Teilnehmer letztendlich ein Sonntags-Brunch geworden, und es war wunderschön!) hat Malter uns mal sein Herz ausgeschüttet…

Malter sieht das Ganze mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Natürlich freut er sich auf sein erstes Enkelkind. Aber es zeigt ihm auch, dass sein kleines Mädchen unwiderruflich eine erwachsene Frau mit einem eigenen Familienleben geworden ist. Ich kann mich noch so gut an seinen Spruch erinnern: "Dankt eurem Schicksal, dass ihr wohl niemals ein kleines Mädchen großziehen und dann irgendwann wieder loslassen müsst" *lächel*… ja, das ist wohl schwer für einen Daddy.

Und außerdem wäre es ihm - er ist ja sehr konservativ - natürlich lieber, wenn Melissa ihr Baby als verheiratete Frau kriegen würde *räusper*.

Melissa allerdings hustet ihm was *gg*. "Heirat? Ja sicher werden Marc und ich irgendwann heiraten - aber ganz sicher nicht jetzt. Ich will doch mal eine große Hochzeit und ein tolles Kleid und auf meinen Hochzeitsbildern keinen dicken Bauch haben, vor den ich verschämt meinen Braustrauß halte. So ein Baby kommt auch ohne Hochzeit auf die Welt, und Marc erkennt dann gleich die Vaterschaft an - fertig. Daddy, du bist so - fürchterlich altmodisch!"

Ja - Daddys little girl ist erwachsen geworden! :-)

Donnerstag, 2. Juli 2009

Das Interview

Ich hab den Einbürgerungstest hinter mir!

Für alle, die gerade keine Zeit oder Lust haben zum Lesen, gleich mal vorweg: es ist gut gelaufen. Sehr gut!!! :-)

Aber es war schon… hm, eigenartig. Und deshalb wird der jetzt folgende Eintrag auch etwas länger ausfallen - nein, er wird sogar sehr lang ausfallen Aber ich möchte das alles genau festhalten, so lange ich es noch weiß *lach*.

Am Dienstag sind wir also nach Texas geflogen, und gestern war der Termin. Chris hat mich bis zu dem Verwaltungsgebäude begleitet, dort haben wir uns getrennt, und ich bin dann - pünktlich und allein! - rein gegangen und habe mich angemeldet. Worauf ein sehr netter junger Kerl mich in ein Zimmer brachte und mich bat, dort einen Moment zu warten.

Da wartete ich dann, und es war ein bisschen komisch. Irgendwie hatte ich mir das vorher immer so vorgestellt wie in Deutschland auf dem Arbeitsamt oder Sozialamt (zumindest, wie ich das kenne) … Stühle im Flur und jede Menge Leute, die nacheinander aufgerufen werden. Oder sowas wie eine Schulklasse, wo alle Prüflinge an Tischen sitzen und die Fragen beantworten müssen. Aber hier war sonst niemand… ein kleineres Zimmer, ein Tisch, auf dem Papier und ein Schreiber lagen - und gegenüber drei Tische, wohl für das Prüfungskomitee.

Und dann kamen sie…

Vorweg ging ein Mann, schätzungsweise Fünfzig, mit einem sehr missmutigen, "griesgrämigen" Gesicht. Ihm folgte ein zweiter, erheblich fröhlicher Dreinblickender… etwa in meinem Alter, der mir sofort zulächelte und zuzwinkerte. Und als Dritt es kam eine Lady, auch etwa Fünfzig, die in der Mitte zwischen den beiden Männern Platz nahm.

Herzlichen Glückwunsch, Danny, das ist sie wohl, diese gefürchtete Dame - war mir ja eigentlich schon klar, dass ich die zur Beurteilung kriege *stöhn*!

Eigentlich sah sie aber gar nicht so streng aus - nur ernst. Sie stellte sich und ihre Kollegen vor, bat mich, Platz zu nehmen, und sagte dann stirnrunzelnd: "Ganz ehrlich - als ich Ihren Antrag gesehen habe, dachte ich zuerst, es sei ein Scherz, und jemand würde mit versteckter Kamera auf meine Reaktion warten. Du lieber Himmel - ein Deutscher, der nach drei Jahren eingebürgert werden will mit der Begründung, dass er seinen Freund ja schon geheiratet hätte, wenn das in Tennessee erlaubt wäre… aber da das nicht der Fall ist, möchte er eben einem Verheirateten gleich behandelt werden. Ziemlich - dreist! Nun ja, ich war nicht diejenige, die über die Annahme dieses Antrags entscheiden musste, das hatten andere bereits vor mir getan… also werde ich mir jetzt auch kein weiteres Urteil darüber erlauben!" Uiuiui… :-(

Sie fixierte mich einen Moment, dann meinte sie: "Gut, Herr Danny - ich schlage vor, Sie erzählen uns einfach mal ein wenig über sich. Wie sind Sie hierher gekommen, was hat Sie veranlasst, zu bleiben, wie sieht Ihr Leben hier aus… einverstanden?" - "Gerne, Ma'am." ;-)

Und mit Eds Aufforderung im Kopf, immer offen zu antworten, hab ich den Dreien dann meine Geschichte erzählt. Wie Chris und ich uns in Deutschland kennengelernt und uns ineinander verliebt haben… wie wir zunächst dachten, dass wir keine Zukunft hätten und uns deshalb wieder trennten… die schlimme Zeit danach… und wie Chris dann während seiner Tour alles hier stehen- und liegengelassen hat und nach Deutschland zurückgekommen ist. Dass ich ihn dann zu seinen restlichen Konzerten begleitet habe, wir beim letzten Gig einen spontanen gemeinsamen Auftritt hinlegten und mir die Bandmanager daraufhin das Angebot machten, bei der Band einzusteigen. Ja - und wie ich dann übergesiedelt bin, wir uns in Nashville eine Wohnung gesucht haben, jetzt zusammenleben, gemeinsam auftreten *grins* - ja, ich erzähle diese Geschichte immer wieder gerne.

Als ich endlich fertig war, saßen sie alle zunächst mal da und haben mich etwas verdutzt angesehen (später hab ich erfahren, dass andere Kandidaten diese einleitende Frage in der Regel mit zwei oder drei Sätzen beantworten). Naja - unterbrochen hat mich aber auch keiner.

Madam Vorsitzende ergriff als erste das Wort: "Danke schön für diese detaillierte Schilderung, Herr Danny. Sehr beeindruckend!" Und mit Blick auf ihre zwei Kollegen: "Eigentlich bin ich der Meinung, dass wir den Sprachtest damit auch gleich abhaken können - was meinen Sie, Gentlemen?" Der Griesgrämige nickte darauf nur bedächtig - aber der Jüngere war ganz enttäuscht. "Den Sprachtest abhaken? Sie meinen bestimmt den mündlichen Teil? Aber wir haben doch noch den schriftlichen…?" (Blödmann! Spielverderber!)

Sie nickte daraufhin nur. "Ja, selbstverständlich, wir haben noch den schriftlichen Sprachtest! Nun, Herr Danny - entsprechen Ihre schriftlichen Sprachkenntnisse Ihren mündlichen?" (Boah!)

Und ich: "Ja, Ma'am, das würde ich so sagen. Immerhin habe ich ja schon jede Menge Songtexte für unsere Band geschrieben!" (Das war natürlich maßlos übertrieben… aber ich hab ja vorher in Deutschland auch schon mal Songtexte geschrieben… und überhaupt, so genau wissen die das ja nicht…)

Erneutes Nicken, Blick zu ihrem jungen Kollegen - der strahlend zu mir meinte: "Wir machen das ganz kurz… nehmen Sie sich ein Blatt und schreiben Sie einfach auf, was Sie als erstes tun werden, wenn Sie zurück in Nashville sind! Nur zwei Sätze, ganz kurz - ok?"

Und so nahm ich ein Blatt und schrieb: "Wenn ich wieder in Nashville bin, werde ich mit all meinen Freunden und Bekannten, die mir die Daumen gedrückt haben, auf meine - hoffentlich erfolgreiche! - Einbürgerung anstoßen. Und dann werde ich mich bei meinem Manager für seine unendliche Geduld und seine vielen hilfreichen Tipps bedanken, indem ich ihn gemeinsam mit seiner Frau zu einem schicken Abendessen einlade."

Ich gab dem Kerl das Blatt, er las und fing an, breit übers ganze Gesicht zu grinsen. Reichte das Blatt dem älteren Kollegen, der ebenfalls grinste… und schließlich landete es bei der Lady. Und auch bei der zuckten immerhin die Mundwinkel. Hm… ich weiß bis jetzt immer noch nicht, was die drei so komisch an meiner Antwort fanden… aber was soll's, sie waren anscheinend zufrieden, das ist die Hauptsache.

Und weiter ging's.

Die Vorsitzende: "Meine Herren - haben Sie zu Herrn Dannys Schilderung noch Fragen?" Daraufhin meldete sich der "Griesgrämige", betrachtete mich nachdenklich und fing an: "Sie leben also in Nashville, Tennessee?" - "Korrekt, Sir!" "Gemeinsam mit ihrem…*räusper*... Freund und Lebensgefährten?" - "Ja, Sir." "Offen - als Paar?" - "Naja, ich weiß nicht, ob uns jede Supermarktkassiererin gleich als Paar erkennt, wir laufen ja nicht ständig küssend und Händchen haltend herum. Aber den Leuten in unserem Umfeld, denen ist es bekannt und sie akzeptieren es."

Er runzelte die Stirn. "Ich bin in der Nähe von Lexington aufgewachsen - ich kenne den Menschenschlag dort also sehr gut. Sie können mir nicht erzählen, dass es für Sie beide leicht ist, dort zu leben!" - "Nun, Sir… ich habe ja auch nicht behauptet, dass es leicht ist, sondern ich habe nur gesagt, dass wir sehr gerne dort leben. Natürlich werden wir auch immer wieder schief angeguckt, belächelt oder auch mal blöd angemacht - meistens von Leuten, die uns gar nicht weiter kennen. Das wäre aber woanders wahrscheinlich genauso. Wir haben unseren Freundeskreis, die Leute im Haus, viele Bekannte…mit denen verstehen wir uns sehr gut, und deshalb leben wir gerne in Nashville. " Hat er so akzeptiert.

Darauf der "Fröhliche": "Sie haben jetzt schon mehrmals Ihren Freundeskreis erwähnt - wie sieht der denn aus?" (Boah, wie sieht der denn wohl aus???) "Nun, Sir - es sind ein paar Singles, zwei Männerpaare, einige Hetero-Paare und mehrere Ehepaare, teilweise mit Kindern. Bunt gemischt - Freunde halt!" Strahlendes Lächeln als Reaktion.

Die beiden waren offensichtlich zufrieden, also meldete sich die Lady in der Mitte wieder zu Wort. "Eine Frage habe ich auch noch, Herr Danny - haben Sie eigentlich noch Beziehungen und Bindungen zu Deutschland?" (Was bitte???)

"Ja, Ma'am, selbstverständlich habe ich die. Mein Großvater lebt dort. Und ich habe Freunde dort, meine Ex-Bandkollegen, mein früherer Manager… und vor allem meine beste Freundin, die jetzt mit ihrer Familie in meinem Haus lebt."

Und sofort wurde der "Fröhliche" wieder wach *fg*: "Sie haben noch ein Haus in Deutschland? Warum haben Sie das nicht verkauft, als sie hierher kamen?" - "Weil ich wollte, dass meine Freundin darin wohnt - aber sie hätte nicht das Geld gehabt, um mir das Haus abzukaufen, deshalb habe ich es ihr vermietet. Und außerdem ist ihr ältester Sohn mein Patensohn, und er wird dieses Haus später mal bekommen, das ist schon festgelegt. Da hätte ein Verkauf jetzt ja wirklich keinen Sinn gemacht."

Der "Griesgrämige" darauf: "Ach, Sie haben einen Patensohn in Deutschland?" - "Ja, Sir. Meine Freundin war damals, als sie ihn bekam, Single - und so hab ich ihr ein bisschen geholfen mit dem Kleinen. Ich war sozusagen in den ersten Jahren sein Ersatzpapa. Inzwischen ist Jana verheiratet - und bei ihrem zweiten Sohn wurde mein Lebensgefährte Pate." Er meinte dann nur: "Interessante Verflechtungen!", und ich ergänzte noch: "Übrigens sind wir auch in Nashville Paten - bei dem Söhnchen unserer Sängerin!" Aha - auch akzeptiert... ;-)

Und dann kam wieder Madam Vorsitzende…

Zunächst kurzer Blick zu ihren Kollegen… "Gentleman - ich hätte gut Lust, die Fragelisten abzukürzen oder ganz zu überspringen. Ich bin mir sicher, dass Herr Danny mit der bekannten deutschen Gründlichkeit die Namen aller 44 Präsidenten, aller US-Staaten und den Original-Wortlaut unserer Unabhängigkeitserklärung sowie noch vieles mehr auswendig gelernt hat - ist das so, Herr Danny?" - "Ja, Ma'am, das ist so!" (Den ganzen Wortlaut der Unabhängigkeitserklärung, oh mein Gott…???)

Wie erwartet lehnte der "Fröhliche" das aber sofort ab *fg*. "Ja, aber wenigstens ein bisschen was fragen sollten wir doch, oder?" Ok - also gaben sie mir ein paar Fragebögen, für deren Beantwortung ich noch keine Viertelstunde gebraucht habe. …

Schließlich lehnte sich die Lady zurück und meinte ruhig: "Herr Danny, ich habe jetzt eigentlich nur noch eine einzige Frage, die mir aber sehr wichtig ist: Lieben Sie dieses Land? Wären Sie bereit, es zu verteidigen und dafür zu kämpfen?"

Oh Shit! Vor diese Frage hatte ich die ganze Zeit Angst! Dieses blöde amerikanische Pathos! :-(

Und (mit Eds Anweisung, immer ehrlich zu sein, im Hinterkopf) antwortete ich genauso ruhig: "Ma'am, ich sage ganz ehrlich, dass ich mit dieser Frage ein Problem habe! Nach meinem Sprachgebrauch "liebe" ich kein Land. Ich liebe Menschen… meinen Partner, meine Kinder, auch meine Haustiere liebe ich. Ich liebe meinen Beruf. Ich liebe mein Leben und die Menschen um mich herum. "Ein Land lieben" - das ist mir zu abstrakt. Aber wenn die Menschen in meinem Umfeld, die ich liebe und die mir etwas bedeuten, an Leib, Leben oder Eigentum bedroht würden, dann würde ich ihnen helfen, sie verteidigen - und ja, auch für sie kämpfen!"

Sie schwieg eine Weile und sagte dann nur "danke für Ihre Ehrlichkeit!" Hm…

Da auch die beiden anderen keine weiteren Fragen mehr hatten, war's das dann. "Herr Danny - wir werden jetzt gemeinsam kurz über Ihren Antrag beraten, und ich bitte Sie darum, so lange den Raum zu verlassen und draußen zu warten. Wir werden Sie rufen, wenn wir entschieden haben."

So setzte ich mich draußen vor die Tür, der nette Kerl von der Anmeldung kam vorbei und fragte, ob er mir etwas bringen könne… Cola, Kaffee, Wasser - aber noch bevor es dazu kam, ging die Tür schon wieder auf und ich durfte wieder eintreten *hüstel*…

Madam Vorsitzende bat mich, Platz zu nehmen, dann fragte sie: "Herr Danny - warum sind wir hier?" (Oh - geht die Fragerei jetzt etwa noch weiter???)

"Nun, Ma'am, um über meine Einbürgerung zu entscheiden, denke ich!" Angedeutetes Lächeln… "Ja sicher, heute geht es um Ihren Antrag! Aber warum sind wir generell hier? Was ist unsere Aufgabe?" - "Nun, Sie entscheiden über Einbürgerungsanträge. Sie prüfen, ob diese Leute hierher passen, ob sie hier leben können - ob sie gut für das Land sind!"

Das schien ihr zu gefallen. "Ja, Herr Danny - genau das! Wir sind hier, weil wir Patrioten sind! Weil wir dieses Land lieben! Und weil wir sicher gehen möchten, dass die Menschen, die eingebürgert werden, etwas für unser Land tun und ihm nützen. Wir sind nicht gegen Einwanderer, absolut nicht - die Vereinigten Staaten waren immer ein Einwandererland. Aber wir möchten vorher prüfen, ob die Leute - wie haben Sie es formuliert? - gut für das Land sind. Nun, Herr Danny, wie sehen Sie sich selbst? Sind Sie gut für unser Land?"

Na gut - warte, das kannst du haben *g*!!!

"Ja, Ma'am, das würde ich sagen! Ich arbeite hier und bezahle meine Steuern. Ich lebe hier und unterstütze mit meinen Ausgaben die Wirtschaft. Ich bin nicht kriminell und beachte die Gesetze. Und ich bin für die Menschen in meiner Umgebung Partner, Freund, Kamerad. Ganz sicher würden viele von ihnen es bedauern, wenn ich nicht mehr hier wäre. Also - bin ich gut für das Land!"

Und zum ersten Mal lächelte sie richtig offen! "Sehr gut, Herr Danny… das war sehr selbstbewusst gesprochen, aber absolut richtig! Sie haben Recht, genau solche Leute wie Sie möchten wir hier haben. Leute, die sich hier ein neues Leben aufbauen, die mit anpacken, die über den eigenen Tellerrand blicken - und die auch den nötigen Mut haben, offene Worte zu finden und zu ihren Grundsätzen zu stehen. Wir haben nicht viel Beratungszeit gebraucht, um zu dieser Entscheidung zu kommen. Herzlichen Glückwunsch!"

Ich kann nicht sagen, was das in diesem Moment für ein Gefühl war… auf jeden Fall war es viel mehr als nur "Prüfung bestanden".

Ihre beiden Kollegen gaben mir nacheinander die Hand und gratulierten ebenfalls. Der "Fröhliche" mit breitem Lächeln und einem "na also - lief doch alles bestens!", der "Griesgrämige" ebenfalls lächelnd, aber gleichzeitig auch mit einem Kopfschütteln: "Herzlichen Glückwunsch - dieses Gespräch hat uns Freude gemacht! Sie glauben nicht, wie oft wir hier Leute sitzen haben, die einfach hilflos sind…sie sind fünf Jahre im Land, aber nicht in der Lage, auch nur drei fehlerfreie Sätze zu sagen, geschweige denn zu schreiben… sie haben zwar einen Freundes- und Bekanntenkreis, aber nur Leute ihrer eigenen Nationalität, die alle in ihrer ganz speziellen Welt leben. Was sollen wir zu denen sagen? Ja, sie arbeiten und sie sind sicher keine schlechten Menschen - aber sie sind nur hier, weil sie hier mehr verdienen und es ihnen hier besser geht als in ihrer Heimat. Bei Ihnen dagegen war es einfach!" ;-)

Und dann kam der große Moment… the oath (der Eid).

Madam Vorsitzende: "Herr Danny, früher wurde der Eid in einer gesonderten Zeremonie abgelegt - aber davon sind wir abgekommen, wir wollen die Leute nicht noch ein zweites Mal hierher beordern, manche leben ja doch weiter weg. So bitte ich Sie jetzt, sich zu erheben und mir nachzusprechen…"

Diese Worte hatte ich natürlich tatsächlich vorher auswendig gelernt, vor lauter Angst, mich zu verhaspeln und etwas Falsches zu sagen *grins*… dementsprechend gut hat es geklappt. Seeeehr souverän! ;-)

Tja - das war's im Großen und Ganzen. Oder nein - etwas zum Lächeln (zumindest für mich) kam noch…

Madam Vorsitzende bat mich im Anschluss noch kurz in ihr Büro, um mir diverse Unterlagen auszuhändigen (einige davon waren meine, die zur Antragstellung notwendig gewesen waren), und um mich nochmal kurz darauf hinzuweisen, was ich als nächstes zu tun habe (z.B. mit meiner Einbürgerungsurkunde zum Amt gehen und unverzüglich einen amerikanischen Pass beantragen). Und auf dem Weg zum Büro meinte sie lächelnd: "Heute Abend wird übrigens ein junger Mann sehr zufrieden mit seiner Mummy sein! Oder zwei junge Männer…" - "Wen meinen Sie?" "Meinen Sohn und seinen Freund. Ich habe den beiden nämlich von Ihrem Antrag erzählt." Ich musste grinsen, sie ebenfalls, dann fuhr sie fort. "Ja, so ist das. Ich habe vier Söhne… drei davon sind verheiratet und haben selbst schon Kinder, der vierte - oder eigentlich ist er der zweite - lebt mit einem Mann zusammen, die beiden haben eine Wohnung bei uns im Haus. Ich gebe zu, das war schon einer der Gründe, warum ich dieses Interview führen wollte - ich wollte sicherstellen, dass Sie fair beurteilt werden. Allerdings - damit Sie mich nicht falsch verstehen! - wäre es kein Grund für mich gewesen, Ihre Einbürgerung zu bewilligen, wenn Sie nicht auch den entsprechenden guten Eindruck auf mich gemacht hätten!" Ist klar - Ma'am! ;-)

Ja… und dann habe ich mich mit meinen Unterlagen und meiner Urkunde fünf Minuten ganz allein im Eingangsbereich hingesetzt und alles nochmal Revue passieren lassen…

Im Hotel hat mein Großer mich schon ungeduldig erwartet - ich glaube, der war nervöser als ich vorher. Und als ich dann beim Reinkommen "thumbs up" angezeigt habe, ist er ohne ein Wort im Nebenzimmer verschwunden und mit einem T-Shirt für mich zurückgekommen… mit einer riesigen amerikanischen Flagge vorne drauf, das "musste" (oder durfte?) ich für den Rest des Tages tragen *smile*.

Und Champagner gab's natürlich auch… und eine kleine "private Feier" zu zweit… *räusper* ;-)

Und am Wochenende steigt hier eine Party!

Und hier im Blog jetzt sofort!!!!!!!!!!!!!!!

Yes - I'm an American now! :-)

Montag, 29. Juni 2009

Es wird ernst…

Ich melde mich für die nächsten Tage ab… morgen fliegen wir nach Texas, und am 1.7. ist mein Interviewtermin für die Einbürgerung!

*nervös*

*bibber*

*Haarerauf*

Bitte Daumen drücken!!! :-)

Ich brauche... ich bin...

Stöckchen - von Shadowfax

Gib bei Google deinen Namen und "braucht" - also "Galahad braucht" ein - was kommt dabei raus?

Galahad braucht wirklich den Vergleich mit internationalen Folkrockgrößen nicht zu scheuen.

Das Letzte, was Galahad braucht, ist ein Beweihräucherungsthread... Was ein wackerer Heide ist, der dreht sich um und geht.

Galahad braucht nun äußerste Ruhe.

Galahad aus Krautheim sucht Flirt & Date: Frauen. ... In der Liebe braucht er viel Freiheit und Zeit für sich.

Nymphaea Sir Galahad Seerosen der Gattung Nymphaea: Familienbeschreibung und Kurzdarstellung ... braucht viel Platz in der Breite, eine Sorte für große Teiche.


Und nochmal mit Suchbegriff "Galahad ist…"

Galahad (Sir Galahad, auch französisch Galaad) ist einer der wichtigsten Ritter der Tafelrunde in der Artussage.

Prince Galahad ist bei Facebook.

Galahad ist ein Ritter aus der Gralssage.

Galahad is a PS3-Gelegenheitszocker in the Playstation 3 News Forum.

Sir Galahad ist Mitglied im Forum von CHIP Online.



Bei mir leider nichts wirklich Spannendes - wer hat mehr Glück? *grins*

Viel Spaß!

Samstag, 27. Juni 2009

Allolol-Test :-)

Mal wieder ein Test - geklaut bei Midnightsunflower:

What alcohol are you?

What alcohol are you??

PATRONE
PATRONE
You are a laid back and relaxed drinker! Patrone is one of the most finest tequillas known! It also shows you have a very expensive taste on your tongue!!
How do you compare?
Take this test! | Tests from Testriffic

Ich hätte ja ganz fest auf Jack Daniels getippt - aber ok, wenn sie meinen… hiermit kann ich auch leben! *grins*

Freitag, 26. Juni 2009

Der Sommer kann kommen…

Gestern habe ich eine Mail von Jana bekommen. Überschrift war: "Wie findest du das?", und darunter war ein großes Bild von der Rückansicht ihres - also meines - Hauses. Terrasse, Garten - und in der Mitte der Rasenfläche ein blau schimmernder Pool in Form einer Acht! Wow!

Drunter stand nur noch: "Ich rufe dich an!"

Naja - ich habe daraufhin sie angerufen, das hat mich jetzt ja doch interessiert… und sofort kam ein schuldbewusstes: "Wir hätten dich vorher fragen müssen, stimmt's?" - "Ach Quatsch, das ist schon in Ordnung - es sieht super aus. Wie seid ihr denn auf diese Idee gekommen?"

Gar nicht *fg*! Es war - wie könnte es anders sein? - Gladys' Werk!

Gladys war ja im vergangenen Sommer einige Zeit in Deutschland bei Jana und hat da auch eine der Schönwetterperioden erwischt. Und so kam, als sie alle draußen im Garten saßen und es ziemlich heiß war, irgendwann ihre Frage: "Jana, warum lasst ihr euch eigentlich keinen Swimmingpool bauen? Ihr habt hier so schön viel Platz, und für die Kinder wäre es doch wunderbar!"

Klar... in der Gegend von Florida, in der Gladys lebt, hat jedes Haus seinen Pool, da gehört das quasi zur Grundausstattung. Von daher war der Gedanke nahe liegend. Jana dagegen war völlig entgeistert… *smile* "Einen Pool? Wir? Dafür haben wir kein Geld!" - "Nein? Was kostet denn ein Pool hier in Deutschland?" "Weiß ich nicht… aber auf jeden Fall viel zuviel!"

Gladys hat das Thema daraufhin nicht mehr angesprochen, und Jana dachte auch nicht mehr weiter daran. Bis vor drei Wochen - als eines Tages eine ortsansässige Firma anrief und fragte, wann sie denn mal zur Planung kommen sollten… es ginge um den Pool… Jana (am Telefon): "Das muss ein Irrtum sein - wir haben keinen Pool beauftragt." - "Nein, ist kein Irrtum! Das war Ihre amerikanische Verwandte... die Tante, Großmutter oder so. Es sollte eine Überraschung für Sie sein. Unter uns: solche Verwandten hätte ich auch gerne mal!" ;-)

Gladys ist offenbar letztes Jahr nach dem Gespräch mit Jana kurzerhand zu dieser Firma gegangen und hat sie beauftragt, für den kommenden Sommer einen schönen Pool zu bauen. Da die Firma die genauen Gegebenheiten rund ums Haus nicht genau kannte, haben sie einfach mal einen Preis kalkuliert… wenn es teurer würde, sollten sie Gladys kontaktieren, damit sie den Rest noch überweisen kann, und wenn es weniger kostet, sollte Jana sich dafür noch irgendwas an Zubehör aussuchen. Ja, das ist meine Schwiegermutter - so kenne ich sie! *gg*

Jana ist natürlich nach dem Anruf der Firma als erstes ans Telefon gestürzt und hat bei Gladys angerufen… nein, das ginge doch nicht, so viel Geld, und sowieso, erst mal müsse sie doch mich mal fragen, es sei doch mein Haus… Und Gladys darauf: "Unsinn… was soll denn Danny dagegen haben, dass ich für sein und für Chris' Patenkind einen Swimmingpool bauen lasse? Es ist doch eine Wertsteigerung von eurem Haus! Jana, hör zu, das erzählen wir den beiden vorher gar nicht… überrasch sie doch damit, wenn alles fertig ist, ok?"

Ja - und so haben sie jetzt einen tollen Pool *smile*! Ein Holzhäuschen steht daneben, darin kann man sich umziehen, und außerdem ist die Pumpe darin untergebracht… eine Abdeckung hat der Pool auch, die kann man über Nacht, oder wenn es regnet, drüberziehen… und für das Restgeld (natürlich war noch Geld übrig) gab's noch eine Leiter am Beckenrand, ein Thermometer und einen kleinen "Startblock", so ähnlich wie im Schwimmbad.

Ich will dieses Jahr im Sommer nach Deutschland!!! :-)

Dienstag, 23. Juni 2009

Besuch

Am Sonntag waren wir also zusammen mit Ethan bei Elly und Ken eingeladen.

Vorher mussten wir die Leute vom Heim erst mal mit vielen guten Worten und Versprechungen dazu überreden, dass Ethan mit uns mitkommen darf… offenbar ist es ein größeres Problem, ihn ohne Aufsicht eines Betreuers irgendwohin zu lassen. Dabei war sein Betreuer durchaus froh über unsere Einladung. Etliche der Kids im Heim verbringen nämlich die Wochenenden öfter mal auswärts - bei Mum oder Dad oder auch bei anderen Verwandten. Ethan hat allerdings niemanden, der ihn mal einlädt… weswegen er sich an Wochenenden oft völlig daneben benimmt und alles Mögliche anrichtet. Verstehen kann man's ja *seufz*…

Immerhin konnten wir den Betreuer dann doch davon überzeugen, dass wir mit dem Jungen schon klar kommen werden. Etwas skeptisch gab er schließlich seine Einwilligung (Himmel, die machen gerade, als sei der Kleine ein Monster *Kopfschüttel*).

Wir haben Ethan vormittags abgeholt, er war auch schon fertig und wartete auf uns - und im Auto tat Chris dann erst mal etwas Überraschendes: Er fuhr zunächst ein Stück, stoppte dann am Straßenrand, hielt Ethan seine Hand hin und sagte: "Komm… gib sie mir bitte! Bitte!" Und als nur ein verblüffter Blick von dem Kleinen als Antwort kam, meinte er weiter: "Du brauchst das Zeug dort, wo wir hinfahren, nicht. Und du kriegst es heute Abend auch zurück, das verspreche ich dir! Aber verdammt - jetzt her damit!"

Mir war schon klar, von was er sprach, ich war nur überrascht über die Art, wie er es sagte. Aber man muss zugeben, er hat wirklich einen Draht zu dem Bub - denn Ethan reichte ihm ohne ein Wort ein Klappmesser, ein zweites Messer und eine Art Schlagring. Und nickte heftig auf Chris' Frage "das ist jetzt alles - ganz ehrlich?". Hübsches "Spielzeug" hat er da *seufz* - will er damit in einen Bandenkrieg ziehen oder tatsächlich zum Barbecue?

Danach fragte er uns noch: "Verratet ihr es?" - "Wem denn - den Betreuern in deinem Heim?" "Ja… ich hab denen gesagt, ich hätte alles abgegeben..." - "Nein, wir verraten dich nicht. Aber die Sachen bleiben hier im Auto, klar?" "Ok."

Das war also schon mal geklärt, also ging's dann weiter zu Elly…

Ja - dort hat er erst mal den Supercoolen gegeben *smile*. Hat sich zwar (tatsächlich! *staun*) bei Elly sehr höflich für die Einladung bedankt, wollte sich aber zunächst mal nicht hinsetzen, nichts trinken, gar nichts.

Dann tauchten Colin und Kevin auf mit einem Fußball, begrüßten ihn und fragten, ob er Lust hätte zum Mitspielen - Antwort Ethan: "Soccer? Das ist doch was für Babys!" Und er war richtig erschrocken, als daraufhin jemand (Ken) hinter ihm mit tiefer Stimme fröhlich sagte: "Na, dann muss ich wohl noch erwachsen werden - ich spiele nämlich auch gerne Soccer. Ich wette, du willst nur nicht mitmachen, weil du das Tor eh nicht triffst!" Ken ist ja schon eine beeindruckende Erscheinung mit seinen breiten Schultern und dem Bart - entsprechend war Ethans Blick, bevor er dann "Quatsch, ich treffe jedes Tor!" antwortete. "Na, dann zeig es uns mal. Los, komm!" Kurzer Blick noch zu Chris, der nickte aufmunternd… ok dann.

Naja, und was soll man sagen? Nach ein paar Minuten war das Eis gebrochen und sie haben rumgetobt und rumgealbert wie ganz normale Jungs in diesem Alter. Ken ist wieder zurück an seinen Grill gegangen, dafür hat Lincoln, der Schäferhund-Mix, begeistert "mitgespielt" *grins*.

Überhaupt, Lincoln…

Als der Hund angestürmt kam (das macht er immer, er mag Besucher sehr und freut sich immer, wenn jemand kommt *g*), wurde Ethan zunächst mal weiß wie eine Wand und stand stocksteif da. Elly meinte: "Hey - du brauchst keine Angst vor ihm zu haben, er ist völlig lieb und harmlos", worauf Ethan natürlich ein herablassendes "ich hab doch keine Angst von einem Hund!" zurückgab. Elly überlegte kurz, sagte dann: "Weißt du - Lincoln ist einfach nur froh, dass er hier bei uns ist. Seine Vorbesitzer wollten ihn nicht mehr, sie wollten ihn ins Tierheim abschieben!" Und Ethan nickte ernst: "Klar, dann ist er hier jetzt ganz sicher lieb - wenn er ja weiß, dass er sonst ins Heim muss." Armer Kleiner… er tut mir so leid, wenn er sowas sagt… :-(

Aber auf jeden Fall hatte er einen schönen Nachmittag! Und er hat sich - von dem üblichen Imponiergehabe und einigen verbalen Ausrutschern mal abgesehen! - auch wirklich ordentlich benommen. Da es ziemlich heiß war, hat Elly ihm nach einer Viertelstunde Toberei eine kurze Hose und ein T-Shirt von Colin gebracht (Ethan trug seine Jeans und ein Sweatshirt), und zwischendrin hat Ken die drei (plus Hund) einfach mit dem Gartenschlauch mal kräftig abgespritzt *gg*. Das macht er öfter, und das Gejohle ist dann immer groß.

Später ist noch ein Bandkollege von Ken mit Frau und Sohn vorbeigekommen, und auch zu viert hat es bei den Jungs einwandfrei geklappt. Unser "Problemkind" war einfach ein ausgelassener und fröhlicher Junge an diesem Tag. :-)

Sein abschließender Kommentar, als wir ihn gegen neun zurückgebracht haben: "Ich werde auch Musiker! Musiker sind die coolsten Leute überhaupt und haben ein tolles Leben und tolle Familien!" Ich glaube, das war aus seinem Mund wohl das größte Lob, das er finden konnte *grins*.

Mission geglückt… oder so… :-)

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